Die Umsetzung der Arbeitssicherheit reicht von einer einfachen Excel-Tabelle über ASI-Software bis zu kulturverändernden Projekten. Das haben die Vorträge beim EHS+S Kongress in Berlin deutlich gezeigt.
en-software hat das internationale Treffen der Sicherheitsfachkräfte aus Europa als Sponsor unterstützt. Während der zwei Kongresstage wurde diskutiert, ob es ausreichend ist, nur die Unfallkennzahlen zu erheben, um das Arbeitsschutzsystem zu bewerten. In unserem News-Artikel gehen wir auf diese Fragestellung ein.

Bewertung über die Abwesenheit der Unfälle hinaus

Sicheres Arbeiten ist mehr als nur Abwesenheit von Unfällen. Arbeitssicherheit ist nicht die Reaktion auf negative Ereignisse, sondern das proaktive Handeln aus ethischer Verantwortung, die gesunden Voraussetzungen zu sichern. Das betont John Green von Laing O’Rourke Europe gleich zum Anfang. Die Messung spielt dabei die entscheidende Rolle, wobei die Unfallstatistik er eher als “Zufallsstatistik“ bezeichnet und löst dabei eine Diskussion aus. Auf die Frage der Teilnehmer was soll man dann messen, antwortet John Green mit Beispielen aus der Prävention: Messung der Trainingsraten, Auswertung der Ursachen, Self -Assessment, Peer2Peer.
Nun zum Reality-Check. Wie praktizieren es die anderen?

Das „Innovative Behavioral Safety“ Konzept.

Seit Erkenntnissen, dass die meisten Unfallursachen auf das Verhalten zurückzuführen sind, wird die Verhaltensprävention immer wichtiger. Das innovative Konzept, präsentiert durch Bruno Schmäling Institut unterstreicht, dass das bewusste Fehlverhalten nur die Spitze des Eisbergs ist. Dahinter steht nämlich das Unterbewusste, das sich durch Training von Wahrnehmung der Umgebung, des eigenen Verhaltens und Gefahren abzielt. Die Erhebung der Unfallstatistik bleibt auch in diesem Fall ungeschlagen relevant.

Safety-Kultur für dich und andere beim Boehringer Ingelheim PharmaGmbH & Co.KG.

Eine der Voraussetzungen des Kulturwandels ist das Bekenntnis des Top-Managements zum sicheren Arbeiten. Bei der Prozessgestaltung, erzählt Jansjörg Hagels, hat man raffiniert die Tools wie Messung der KPI und das Self-Assessment erfolgreich angewendet hat. Dabei kommt die „Null Unfallrate“ den Mitarbeitern zu Gute, also die Sicherheit bei der Arbeit wird nicht als bürokratische Erledigungsliste, sondern als Ziel zum Wohle der Mitarbeiter betrachtet. Im Transformationsprozess, der nicht immer glatt verläuft, soll schlussendlich die Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern fürs Team verankert werden. Dabei denkt man sogar über das eigene Team hinaus. Das zielgruppenorientierte Denken berücksichtigt auch die Kunden als diejenigen, die von einem gesundheitsbewussten Produktionsbetrieb schlussendlich profitieren.

Erfahrungen, die  en-software gemacht hat:

Die traditionellen LTIR LTAR werden nach wie vor für die Bewertung des ASI-Systems stark miteinbezogen. Das schließt aber die Weiterentwicklung des ASI-Systems und die Etablierung der Safety -Kultur nicht aus. Das beste Beispiel sind die Peer-to-Peer Audits. Das online und App-Tool entwickelt gemeinsam mit Mondi, wird auch bei anderen Kunden erfolgreich eingesetzt. Zwei Kollegen gehen in der Früh eine einfache Check Liste durch und dokumentieren sichere und unsichere Zustände, die sie beobachtet haben. Durch die Unfallrate-Bewertung hat man beobachtet, dass das Systemdenken in der Prävention, Nutzen von verschiedenen Tools wesentliche Verbesserungen gebracht hat.